Planung

Die Idee einer Wegweisung eigens für den Radverkehr entstand in den frühen 80er Jahren. Bis dato blieb dem Radverkehr nichts Anderes übrig als sich an der KFZ-Wegweisung zu orientieren, welche die speziellen Bedürfnisse des Radverkehrs nicht berücksichtigte und das Radfahren unattraktiv gestaltete.

Im Gegensatz zur aktuellen Entwicklung hatte es die frühe Fahrrad-Wegweisung vornehmlich auf touristische Routenführung abgesehen. Ohne bundesweit vorgegebene Richtlinien ergab sich über Jahrzehnte eine uneinheitliche Planung, Umsetzung und Verantwortlichkeit. Das führte zu großen regionalen Unterschieden in Sachen Radverkehrs-Wegweisung und erschwerte die Verständlichkeit und Akzeptanz der guten Idee. Weiter hinterlässt dieser Umstand bis heute vielerorts Alt-Beschilderungen, deren Strecken teils nicht mehr durchgängig befahrbar sind, veraltete Routen ausweisen, oder neben den modernen Wegweisern verwirrend wirken und zu Überbeschilderung führen. Die Demontage des Altbestands ist demnach ebenfalls wichtiger Bestandteil einer flächendeckend einheitlichen wie komfortablen Radverkehrs-Wegweisung.

Inzwischen hat sich bei der Umsetzung ein Konsens eingespielt, der allerdings weiterhin keine festgelegten Richtlinien zur Grundlage hat. Das „Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr“, das 1998 von der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) erarbeitet wurde, stellt den letzten länderübergreifenden Entwurf für Richtlinien der Radverkehrs-Wegweisung dar. Zwar hat das Merkblatt in der Folge stark zur Einheitlichkeit beigetragen, allerdings ist es in Teilen nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Umsetzung. Im Folgenden möchten wir demnach die Grundlagen der Wegweisungsplanung erläutern.

Warum Fahrradwegweisung?

Radfahrer/innen habe spezielle, meist ähnliche, Anforderungen an ihre Route. Am liebsten schnell, sicher und komfortabel; also eine möglichst direkte Routenführung auf gut asphaltiertem Belag mit ausreichend Raum gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Um diese Bedingungen zu erfüllen, verlaufen Radwege oft abseits vielbefahrener Kfz-Straßen. Egal ob man in seiner Freizeit eine Rundtour machen möchte oder als Alltagsradler schnellstmöglich zum gewünschten Ziel navigieren muss, erspart einem eine gut geplante Wegweisung die umständliche Suche nach dem richtigen Weg.

Weiterführende Literatur

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) (1998): Arbeitsgruppe Straßenentwurf: Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr. FGSV-Schrift Band 245. Köln. Link